Der eine Nachfolger? Vergessen Sie es....
Warum Sie einen komplett anderen Ansatz brauchen.
13.03.2026
Ein Gründer sagte neulich zu mir: „Ich finde einfach niemanden, der das Unternehmen so führen kann wie ich."
Das Problem war nicht, dass es diesen Menschen nicht gibt. Das Problem war, dass er nach einer Kopie von sich selbst suchte.
Oft wird genau ein Nachfolger gesucht. Egal, ob er aus der Familie oder von außen kommt.
Das gelingt eher selten. Die Alternative ist nicht, den einen Nachfolger zu finden, der, wie der Gründer, alles macht. Sondern jemand, der mit ganz anderen Fähigkeiten und mit der ganzen Organisation das Erbe erfolgreich in die Zukunft trägt.
Das ist sehr schwierig. Denn das System erwartet vom Nachfolger, dass er genauso agiert wie der Gründer. Die gleichen Entscheidungen trifft. Den gleichen Spirit atmet.
Dieser Druck kommt nicht nur vom Gründer selbst. Er kommt hauptsächlich aus der Organisation.
Mitarbeitende, Kunden, Partner haben sich an ein bestimmtes Spiel gewöhnt. An eine Art zu führen, zu entscheiden, Risiken einzugehen. Und dieses Spiel wird vom Nachfolger erwartet. Egal ob er aus der Familie kommt oder extern geholt wird.
Hier hilft Systemtheorie weiter.
Kontext formt Verhalten stärker als Persönlichkeit. Die Organisation zwingt den Nachfolger quasi, den Gründer zu imitieren. Ein Spiel, das er nicht gewinnen kann.
Dazu höre ich oft den Satz vom Gründer: „Ich nehme mir drei Jahre Zeit, meinen Nachfolger einzuarbeiten."
Das halte ich für gefährlich. Es verhindert, dass der Nachfolger sein Ding machen kann. Und verstärkt den Klon-Impuls.
Stattdessen braucht er zwei zentrale Fähigkeiten.
Erstens: Das Talent, Talente zu erkennen, zu gewinnen und zu binden. Menschen, die in ihren Bereichen brillant sind. Die gemeinsam die Vision weitertragen und weiterentwickeln.
Zweitens: Ein Führungsverständnis, das unterscheiden kann, welche Strukturen der effiziente Teil der Wertschöpfung braucht und welche der innovative Teil benötigt.
Effizienz erfordert klare Prozesse, Standardisierung, Wiederholbarkeit. Innovation braucht Ideen, Könner. Und möglichst wenig, was sie vom gestalten abhält.
Beides im gleichen System mit den gleichen Regeln zu führen, funktioniert nicht.
Der Nachfolger muss kein zweiter Gründer sein. Er muss Architekt werden. Jemand, der Strukturen baut, die das richtige Verhalten ermöglichen. Die den Spirit bewahren, ohne die Methoden zu kopieren.
Das ist ein komplett anderes Anforderungsprofil.
Suchen Sie den einen Nachfolger?